Mesh-WLAN über zwei Etagen verteilen
Der beste Standort liegt nicht zwangsläufig im Zimmer mit dem schwächsten Empfang. Entscheidend ist auch die Verbindung zwischen den Knoten.

Unten läuft der Film, oben bricht das Videogespräch ab: Bei zwei Etagen muss ein Mesh-System nicht nur eine größere Fläche, sondern auch Decken, Treppen und unterschiedliche Raumaufteilungen überwinden. Ein zusätzlicher Knoten im entferntesten Schlafzimmer kann deshalb wenig bringen. Er braucht selbst eine ausreichend gute Verbindung zu einem anderen Knoten oder zum Router.
Die Treppe als Verbindung prüfen
Zeichnen Sie beide Etagen grob auf ein Blatt. Markieren Sie den Internetanschluss, die regelmäßig genutzten Plätze und mögliche Steckdosen. Eine offene Treppe bietet häufig einen anderen Funkweg als die direkte Strecke durch die Decke. Das ist ein Ansatz für einen Versuch, keine Garantie: Auch am Treppenabsatz können massive Wände, Metallgeländer oder eine ungünstige Türposition stören.
Beginnen Sie mit dem Hauptrouter an einem offenen, erhöhten Platz. Stellen Sie den zweiten Knoten zunächst so auf, dass er noch eine gute Verbindung nach unten hat. Die Mesh-Anzeige der Hersteller-App hilft bei diesem Teil der Prüfung. Sie ersetzt aber nicht den Test im eigentlichen Arbeitszimmer. Ein guter Link zwischen den Knoten sagt noch nicht, wie gut das letzte Stück bis zum Laptop funktioniert.
Mit einem festen Ablauf vergleichen
Benutzen Sie für die Vergleiche denselben Laptop oder dasselbe Telefon. Prüfen Sie zuerst direkt neben dem zweiten Knoten und danach am gewünschten Sitzplatz. Schließen Sie die Türen so, wie sie im Alltag stehen. Testen Sie nicht nur eine kurze Messung, sondern auch das betroffene Videogespräch, einen größeren Download oder die tatsächliche Streaming-App. Notieren Sie für jeden Standort, ob die Verbindung stabil bleibt und welchem Knoten das Gerät zugeordnet ist, sofern die App das anzeigt.
Verschieben Sie anschließend nur den zusätzlichen Knoten. Werden gleichzeitig Router, Funkkanäle und Netzwerknamen geändert, ist der Grund einer Verbesserung kaum noch erkennbar. Nach einem Standortwechsel benötigt das System möglicherweise etwas Zeit, um seine Verbindungen neu aufzubauen. Folgen Sie dabei den Hinweisen des Herstellers.
Ein dritter Knoten ist erst dann sinnvoll zu beurteilen, wenn klar ist, welche Strecke nicht funktioniert. Mehr Geräte bedeuten nicht automatisch mehr nutzbare Leistung. Ein zusätzlicher Funkweg kann die Anordnung komplizierter machen, ohne die schwierige Decke zu umgehen. Prüfen Sie außerdem die vom Hersteller unterstützte Kombination und maximale Größe des Systems.
Wenn die Decke der Engpass bleibt
Ist zwischen den Etagen ein Netzwerkkabel vorhanden, kann ein dafür geeigneter Mesh-Knoten per Ethernet angebunden werden. Dann muss seine Verbindung zum restlichen Netz nicht durch die Decke funken. Nicht jeder Mesh-Punkt hat jedoch einen Ethernet-Anschluss, und die zulässige Verkabelung unterscheidet sich. Erst das genaue Modell und die vorgesehene Anschlussfolge prüfen, dann Kabel dauerhaft verlegen.
Zum Abschluss gehört ein Rundgang durch beide Etagen. Prüfen Sie auch den Weg von unten nach oben mit einem laufenden Gespräch. Das Endgerät entscheidet mit, wann es einen Zugangspunkt wechselt. Ein funktionierender Test am Schreibtisch ist deshalb noch kein Beleg für eine unterbrechungsfreie Verbindung auf der Treppe.


